Postbrauerei Allgäu

Postbrauerei Allgäu

Allgäu

 

In den bischöflichen Hofbüchern, zu Augsburg, geht die erste Erwähnung der Nesselwanger Brauereien auf das Jahr 1650 zurück. Damals existierten in Nesselwang lt. den Steuerveranlagungen von 1667 bis 1671 fünf Brauereien.
Im Unterthanen-Verzeichnis von 1650 sind jedoch nur drei der Bierbrauer verzeichnet und es kann somit angenommen werden, dass diese drei Brauereien bereits vor 1650 betrieben wurden.

Später (1672-77) ist das erste Mal beim Namen Vögeler der Name Bierprew zum Adler zu lesen. Diese Generation der Vögeler bewirtschafteten die damalige Adlerbrauerei mit Gastwirtschaft bis zum Jahre 1785. Am 20. Juni 1785 endet die 135-jährige Tradition der Familie Vögeler und es beginnt die 78-jährige Ära der Familie Ott. Als Übergabezeuge ist in der Urkunde der Postexpeditor Thomas Steiner genannt.

Anno 1817 wurde die Postexpedition und der Poststall in das Haus Nr. 19/20, Adlerbrauerei, verlegt. Am 5. Januar 1863 wird der gesamte Brauereibesitz an Josef und Genovefa Schweger verkauft. In der Verkaufsurkunde wird erstmalig von einer Branntweinbrennerei gesprochen, die zur Brauerei gehörte. Josef Schweger übernimmt somit auch die Poststelle und erstmals wird in den Übergabe-Niederschriften die Bezeichnung Postanwesen genannt und amtlich eingetragen.

Damit endet die 200-jährige Geschichte der Adlerbrauerei und es beginnt die der heutigen Post-Brauerei. Am 25. Januar 1883 kaufte Franz Seraph Huber die Postbrauerei mit allen Liegenschaften. 1895 wurde die Poststallung mit der Eröffnung der neuen Eisenbahnstrecke Kempten-Pfronten aufgelöst. 1910 wurde ein neues Postamt erstellt. Bis zu diesem Zeitpunkt war nun die Postexpedition 82 Jahre in der Post-Brauerei.

Durch die rege Tätigkeit von Franz Seraph Huber hat er die heutige Grundlage der Familie Huber-Meyer geschaffen. In der Zeit von 1883 bis 1909 kaufte Franz Huber diverse Gastwirtschaften in Schwangau, Hopferau, im Bereich Kempten und Mittelberg, sowie in Füssen und Pfronten. Diese übergab er an seine sechs Kinder und hatte somit für alle gut vorgesorgt. Am 23. Mai 1918 schloss der erfolgreiche Geschäftsmann, Landwirt und Brauereibesitzer für immer seine Augen. Seine älteste Tochter Therese, verheiratet mit dem Bierbrauer Karl Meyer aus Regensburg, übernahm den Betrieb im Jahre 1909 und führte ihn über beide Weltkriege hinweg bis ins Jahr 1949.

Der zweite Karl Meyer, geb. am 27. März 1911 kam schwer verwundet aus dem 2. Weltkrieg nach Hause und trat 1949 sein Erbe an. Im Aufschwung der Nachkriegszeit gelang es die Umsätze der Brauerei zu vergrößern, der Brauerei Gasthof wurde von 1948 bis 1975 mit wechselndem Erfolg verpachtet. Ab dem Weihnachtsfest 1975 betreibt nun Frau Monica Meyer, den in den Jahren 1977-78 großzügig umgebauten Brauerei-Gasthof wieder in Familienregie.

Der Übergabetermin auf den dritten Karl erfolgte am 1.1.1978.

Die Bierspezialitäten der Postbrauerei werden mit kristallklarem Wasser der Nesselwanger Berge eingebraut, Gerste aus integriertem und kontrolliertem Anbau, aus Schwaben und Niederbayern kommt zum Einsatz und schließlich und ausschließlich der natürliche Doldenhopfen der feinsten Provenienzen der Hallertau und des Tettnanger Siegelbezirks sowie die Weihenstephaner Reinzuchthefe.

Gebraut werden die Biere der Postbrauerei Allgäu nach den Original-Rezepten in der Privat-Brauerei Zötler in Rettenberg. Hier wird noch echtes Handwerk tagtäglich gelebt.

Und auch wenn längst aufwendige und moderne Technik Einzug bei den Zötlers gehalten hat, sind es immer noch die Mitarbeiter, die aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung die täglichen Qualitätsentscheidungen treffen.