Zucker, aus dem arabischen sukkar (verb: sakkara), ist Nahrungsmittel und gleichzeitig Genussmittel.
Haushaltszucker (Saccharose) hat die Summenformel C12H22O11. Sein Energiegehalt beträgt...
Zucker, aus dem arabischen sukkar (verb: sakkara), ist Nahrungsmittel und gleichzeitig Genussmittel.
Haushaltszucker (Saccharose) hat die Summenformel C12H22O11. Sein Energiegehalt beträgt 16,8 kJ pro Gramm (zum Vergleich: Alkohol liefert 29,8 kJ pro Gramm).
Hauptquellen sind Zuckerrohr (Anbau in den Tropen) und Zuckerrübe (Anbau in gemäßigten Breiten, z.B. Mitteleuropa). Die Saccharose ist als Substanz direkt in diesen Anbaufrüchten enthalten und wird durch Herauslösen, -kochen oder -pressen in wässriger Lösung extrahiert und beim weiteren Einkochen als Kristalle ausgefällt. Je nach gewünschtem Reinheitsgrad wird der Zucker wiederholt umgefällt und gereinigt.
Brauner Zucker - brauner Zucker ist eine Sammelbezeichnung für alle Zucker mit brauner Farbe. Zur Gewinnung von braunen Zuckern gibt es unterschiedliche Verfahren: z.B. weiße Zuckerkristalle werden mit braunen Zuckerrohrsirupen gemischt, sie werden aus durch Hitzeeinwirkung braun gewordenen Sirupen (Karamellisierung) oder aus Mischungen von weißen und braunen Sirupen auskristallisiert, weniger häufig sind es Zwischenprodukte bei der Zuckerherstellung. Anhaftender Sirup verleiht dem Zucker Färbung und klebrige feuchte Konsistenz.
Kandiszucker - mit Kandis werden Kristalle aus Zucker bezeichnet, die aus konzentrierten Zuckerlösungen in mehreren Tagen auskristallisieren. Das Wort wurde aus dem Arabischen über das Italienische ins Deutsche übernommen.
Seine Herstellung kannten bereits die Araber im 9. Jahrhundert. Um das Jahr 1000 wandten arabische Augenärzte Kandis als Heilmittel an. Auch die Ägypter verordneten größere Zuckermengen als Medizin.
Kandis wurde noch vor 100 Jahren hergestellt, indem man "den geläuterten, aber nicht stark eingekochten Zuckersaft in kupfernen, mit Zwirnsfäden durchzogenen Gefäßen (Potten) erst an einem kühlen Orte, danach einige Tage in der Darrstube" kristallisierte (Brockhaus von 1865). Der Fadenkandis war noch bis 1960 der meist verkaufte.
Gelber Kandis(zucker) ist mit Zuckerkulör gefärbt. Brauner Kandis wird dagegen aus karamellisierter Zuckerlösung hergestellt.
Kandieren bezeichnet den Vorgang, Früchte mit stark konzentrierter Zuckerlösung zu durchtränken und zu überziehen.
Fadenkandis ist das edelste Produkt der Zuckerfabrikation. In Kristallisationsgefäßen (auch heute noch Potten genannt) werden Fäden gespannt, an denen in mehrwöchigen Prozessen die Kandisstangen wachsen. Diese alte traditionsreiche Herstellung erfordert viel fachmännisches Können und handwerkliches Geschick.
Kandissticks sind ebenfalls das Produkt großer Erfahrung und Handarbeit. Der Kandis kristallisiert hier an Holzstäben.
Kluntje nennt man den großen Würfelkandis, der u. a. wichtigstes Utensil bei der friesischen Teezeremonie ist.
Krustenkandis wird in großen Behältern hergestellt. Das Heranwachsen der großen Zuckerkristalle erfordert Zeit und Ruhe. Nach der Reife werden die Kristalle gebrochen und in mundgerechte Stücke aussortiert. Die braune Farbe und den feinen Wohlgeschmack erhält der Krustenkandis durch den hinzugefügten Karamellzucker.
Krümelkandis (auch Grümmelkandis) ist gestoßener brauner oder weißer Kandis.
Kandisfarin bezeichnet Braunen Kandis mit kleinerer Kristallgröße. Geringere Reinheit als Kandis.